Über Visions-Suche

Der hart erarbeitete kulturelle und wirtschaftliche Fortschritt bringt abgesehen von Wohlstand und den reichhaltigen Möglichkeiten an Beschäftigungen auch die Tatsache mit sich, dass er uns Menschen schleichend aber nachhaltig von unserer Lebendigkeit und Natürlichkeit, und damit von Lebensfreude und Vitalität wegführt.
Das Leben von vielen gleicht immer mehr einem ständigen Wettlauf nach schnelleren, besseren, mehr und größeren Leistungen. Wir haben oft zu gut gelernt, in allen unseren Handlungen nach außen hin möglichst perfekt zu wirken. Eine immer größere werdende innere Leere, das Gefühl der Sinnlosigkeit, vielleicht auch Depression und Sucht kann die Kehrseite davon sein.

Krisen bieten die Chance, zu reifen
Häufig kommen wir „irgendwie“ durch unsere Lebensphasen durch, ertragen diese, und geben bei Krisen vielleicht fremdem oder eigenem Versagen die Schuld. Oft finden wir zu wenig Zeit, die über uns hereinbrechenden Veränderungen im eigenen Leben und unserem Umfeld so zu verdauen, dass wir uns unbelastet auf das Neue einlassen können.

Eine Möglichkeit, eine Krise gut zu verarbeiten und als Mensch an ihr zu reifen, kann die Visions-Suche sein – ein Übergangsritual in der Natur. Diese Zeremonie folgt einem einfachen Gesetz: dem Gesetz, dass das Gefäß zuerst leer sein muss, um neu gefüllt zu werden.
Wenn ich das Alte gut abgeschlossen habe, kann etwas Neues beginnen.

Die Visions-Suche als Initiations- und Übergangsritual
Im westlichen Kulturkreis finden Initiationen heute in Form von Visions-Suchen, auch „Vision-Quest“ oder „Visions-Fasten“ genannt, statt. Dabei verbringen die TeilnehmerInnen nach einer gemeinsamen Vorbereitungszeit vier (viereinhalb) Tage und vier (fünf) Nächte  - Jugendliche drei (dreieinhalb) Tage und drei (vier) Nächte - alleine und nur mit der nötigsten Ausrüstung ausgestattet in der Natur. Die Ausrüstung dient lediglich dazu, sich warm und trocken zu halten und sich vor schlechtem Wetter zu schützen. Auch das Fasten ist Bestandteil einer Visions-Suche, es verfeinert die Wahrnehmung der persönlichen Seelenlandschaft, die dann neu geordnet werden kann. Mit einem ausreichenden Wasservorrat ausgerüstet, ohne feste Nahrung und der Tatsache, dass sich in dieser Auszeit keine alltägliche Beschäftigung anbietet, kann sich der Mensch neuen Erkenntnissen über das eigene Leben leichter öffnen. Anstelle von Nahrung werden Gedanken „gekaut“. Dadurch wird der Initiant sich seiner Geschichte und seines eigenen Werdegangs bewusst, er kann sich mit seiner Entwicklung beschäftigen, seine Erinnerungen verarbeiten und lernen, sein Leben neu zu verstehen.

Durch den Mut, sich auf diese Zeremonie einzulassen, kommen die Menschen während dieser Zeit mit ihrem ureigenen Wesen in Kontakt. Es wird ihnen bewusst, woher sie kommen, was sie auf ihrem Weg alles mitbekommen haben und was sie selbst als Persönlichkeit ausmacht.

All diese Erkenntnisse sind gute Voraussetzungen dafür, die Beziehung zu wichtigen Personen, Ereignissen und Entscheidungen im Leben - und zu sich selber zu klären. Wir Menschen sind ein Teil der Natur, in der Natur sind wir zuhause. Wenn der menschliche Körper draußen, in freier Natur ist, dann ist er „zuhause“. Dann erinnert er sich an das, was wir Menschen seit Jahrtausenden in unseren Genen tragen. In unseren Körpern ist viel Weisheit und Wahrheit, zu der wir Zugang finden können - wenn wir uns darauf einlassen.

Seit Jahren begleite ich Menschen verschiedenster Altersstufen bei ihrem Schwellengang in die Natur, bei der Suche nach ihrer persönlichen Bestimmung. Bei diesen Initiationen sind die Teilnehmer den Elementen ausgesetzt, und jeder und jede bekommt in ihnen den Spiegel fürs eigene Leben vorgehalten. Der Mensch geht hinaus, um sich seine Unschuld zurückzuerobern, damit Heilung für ihn möglich wird.

Noch eine Bemerkung zur Dauer der Auszeit
In den vielen Jahren der Begleitung von Jung und Alt, habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Menschen immer noch voller, dichter und mehr beschäftigt zu den Visions-Suchen anreisen. Und sie brauchen dadurch auch etwas länger, um wieder zur Ruhe zu kommen, zu sich selbst und zur Natur zurück zu finden. Aus diesem Beweggrund habe ich die Gesamtzeit der Visions-Suchen um einen Tag verlängert. ½ Tag dient nun noch der Vorbereitungszeit und der andere ½ mit einer Nacht der Auszeit alleine in der Natur. Und die Erfahrungen mit der längeren Auszeit haben sich bei den Teilnehmer*Innen als sehr unterstützend und bereichernd gezeigt.

Erfahrungsberichte von TeilnehmerInnen bisheriger Visions-Suchen
findest Du >hier

 

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