Die Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken; sie beleuchtet stets nur das Stück Weg, das wir bereits hinter uns haben.
Konfuzius
Erfahrungsberichte von TeilnehmerInnen der Visions-Suchen
Gedicht für die Männer, von uns Frauen
Ihr Männer die ihr seid,
liebevoll und stark,
aggressiv und mutig.
Wir Frauen lieben euch,
und wir brauchen euch.
Wir fühlen uns angezogen und
sind bezaubert von eurem
Spirit und eurem Logos.
Ihr seid wie ihr seid.
Und ihr liebt und begehrt uns Frauen.
Ihr fürchtet euch vor uns,
weil wir intuitiv eure Gefühle wahrnehmen,
manchmal bevor ihr etwas preisgeben möchtet.
Es ist an der Zeit,
dass wir Frauen aufhören diese Macht zu missbrauchen.
Es ist an der Zeit,
dass wir anfangen diese Macht zu nutzen,
um in einen liebevollen Kontakt mit euch zu treten.
Einen Kontakt der von gegenseitigem Respekt
und Anerkennung zeugt.
Es ist für uns an der Zeit,
aufzuhören das zu leben was ihr seid,
euch das vorzuleben, wie wir euch haben möchten.
Es ist an der Zeit,
dass wir Frauen wieder das leben was wir sind.
Und so auch ihr Männer das leben könnt, was ihr seid.
Damit wir uns vereinen und gemeinsam
mehr Liebe in diese Welt hinaustragen können.
Wir schaffen gemeinsam neues Leben.
Möge die Kraft des Feuers uns antreiben.
Möge der Wind uns abkühlen,
das Wasser uns leiten und reinigen.
Möge die Erde uns ein Zuhause sein.
Diese Zeilen hat Stefanie in ihrer Auszeit auf der Alm verfasst und den anderen Teilnehmern als Geschenk zurück gebracht. Mit ihrer Erlaubnis darf ich es auch auf meiner Homepage veröffentlichen.
(Stefanie, 24 Jahre, Visions-Suche für junge Erwachsene im Salzkammergut 2010)
Für mich war diese Zeit eine Erfahrung, die an Intensität mit nichts vergleichbar ist, was ich bis dahin kannte. Ein unglaublich weites Feld von Gefühlen und Stimmungen - von Genuss bis Verzweiflung, von innerer Ruhe bis Rastlosigkeit, von "nichts passt" bis "alles darf so sein wie es ist" … begleitet von sehr starken und einprägsamen Bildern aus der Natur.
Ich habe nichts grundlegend Neues über mich erfahren - es waren dieselben Themen wie in meinem "alltäglichen Leben", ich war und bin immer derselbe - aber ich habe alles ganz neu erlebt, gefühlt und wahr-genommen.
Mir wurde bewußt, dass ich ein gewisses Maß an Sicherheit brauche, um entspannen und genießen zu können, um meine Lebendigkeit und Kreativität zu spüren, um meinen Weg zu gehen. Aber welchen Aufwand treibe ich für wieviel (vermeintliche) Sicherheit?
Ich wurde reich beschenkt. Da war eine Blumenwiese - an Vielfalt und Schönheit durch nichts zu übertreffen. Auf dem Gipfel eine junge Frau und ein junger Mann, die mit Leichtigkeit und Freude den Moment genießen. Beim Abstieg kam ein Kräutermännchen quer des Weges. Das Leben darf schön sein - es ist alles da! Worauf warte ich?
Eines meiner Geschenke, die ich in den Tagen draußen bekommen habe, sind Texte zu bekannten Melodien. Hier ist eine Kostprobe mit meinen Worten zu der Melodie "Let it be" von den Beatles.
Let it be, let it be, let it be - yeah - let it be,
there are million things I don't see, I don't see
If I go out and trust my heart,
things are showing up to me,
spending light on my way,
let me see, let me see
Let it be, let it be, let it be - yeah - let it be,
just look outside your window, and you'll see, and you'll see
Mein Dank aus tiefstem Herzen geht an die Männer, die mich bei dieser Erfahrung begleitet haben - und an Christian Kirchmair, der den Raum geschaffen und seinen Raum gegeben hat, mit viel Liebe und Klarheit, mit Präsenz und Kompetenz, mit einer Selbstverständlichkeit und Natürlichkeit, wie sie sonst nur in der Natur vorkommt. Danke, Christian!
(Jens, 47 Jahre, Visions-Suche auf einer Alm im Salzkammergut 2010)
"Da war einfach nichts". Diese Worte, ausgesprochen nach einer Nachtwanderung in absoluter Dunkelheit in der Vorbereitungsphase zu den 4 Tagen Visionssuche in den Bergen, waren der Toröffner aus den dunklen Untiefen meiner inneren Welt. Mir ging im wahrsten Sinne des Wortes ein Licht auf. Es ist unglaublich, wie viele "Gespenster" wir im Laufe unseres Lebens kreieren und pflegen. Die damit verbundenen Ängste quälen uns ein Leben lang. Ausser man nimmt sich eine "Auszeit" in der Natur und stellt sich ihnen. Wenn diese Auszeit so professionell und kompetent geführt wird, wie Christian Kirchmair es tut, dann ist der größtmögliche Erfolg garantiert. Es hängt nur noch von Dir selber ab, denn das alles hat alleine mit Dir zu tun.
Wenn ich mir die Erzählungen meiner VorschreiberInnen durchlese, dann bekomme ich Tränen in die Augen, denn es sind genau meine Empfindungen und Gefühle, die in diesen Worten stecken, als wäre ich bei ihnen gewesen. Irgendwie war und bin ich es auch. Diese Verbundenheit, selbst mit mir unbekannten Menschen und aus der Entfernung, ist unglaublich stark und zukunftsweisend. Sie gibt Kraft.
Es stimmt: wir leben ein Leben, das uns immer mehr von uns selber entfernt. Aber die moderne Welt ist so wie sie ist, wir haben sie erschaffen. Lernen wir mit ihr gut umzugehen. Dazu müssen wir aber zuerst lernen gut mit uns selber umzugehen. Ich kenne keine effektivere Methode als diese Visionsuche. 11 Tage von 365 Tagen in einem Jahr! Was für ein kleiner Einsatz für so einen grossen Gewinn, den man dafür bekommt.
(Hans, 47 Jahre, Visions-Suche auf einer Alm im Salzkammergut 2010)
2 Wochen danach: Irgendwie vermisse ich Euch alle. Es scheint, dass wir eine tiefe, unsichtbare aber fühlbare Verbundenheit entwickelt haben in jenen 11 Tagen, die schon über zwei Wochen zurückliegen. Zwei Wochen, die mir einerseits wie eine Ewigkeit vorkommen, und andererseits als wäre es vorgestern gewesen.
Ich möchte diese Gelegenheit ergreifen, um Euch einige meiner Gedanken und Erfahrungen in diesen Tagen mitzuteilen. Als Vision-Quest-Küken sind das meine ersten in dieser Richtung. Zuerst war ich sehr froh, dass das alles vorbei war. Endlich wieder in einem anständigen Bett schlafen, keine feuchten Klamotten anziehen, meine geliebte Frau spüren, usw. Das waren meine ersten Gedanken auf der Heimfahrt. Ich konnte nur langsam, für meine Verhältnisse sehr langsam fahren. Hatte das Gefühl, ich fahre mir selber davon. Ich war wirklich "entschleunigt". Ein gutes Gefühl. Auch das meiner Stärke und meiner Ganzheit. Neue Gefühle, oder besser, sehr lange nicht mehr gefühlte. Eine merkwürdige Mischung aus sich selber spüren und sich neugierig beobachten, was noch so passieren möge.
Meine Frau hat mich merkwürdig empfangen, fast wie einen Fremden. Jemand in mir wollte verletzt und beleidigt sein, der andere in mir aber wusste um die Angst, die ihr schon vor der Visionssuche gekommen war, und die sie sehr verunsichert hat. Die weibliche Intuition ist stark. Sie hat meine "Veränderung" vorgespürt. Sie hatte einfach Angst, mich zu verlieren. Meine Stärke und Ganzheit brachte Gewissheit mit sich, was sich wie, wann entwickeln wird und was zu tun war. Ich habe sie geführt, und sie hat sich dann auch führen lassen, weil sie wieder Vertrauen in die Stärke ihres Mannes spürte. Heutzutage gehen wir gezielt gemeinsam bei einem schweren Gewitter in den Wald spazieren. Hätten wir früher nie gemacht. Auch sonst hat sich unsere etwas aus der Bahn geratene Beziehung, die in Alltäglichkeiten, Pflichten, Gewohnheiten, usw. zu ersticken drohte, neu belebt. Wir lieben uns wieder wie in der ersten Zeit, aber aus der Erfahrung von heute. Ein tolles Gefühl.
Ja, ich habe mich verändert. In dem Sinne, dass ich mich in meine eigene Richtung verändert habe, zu mir selbst. Ich kann heute genau unterscheiden, wann mein Kind das Ruder übernimmt oder übernehmen will und ihn lassen oder liebevoll zurücknehmen. Es ist aber auch wichtig, ihm einen Platz zur Entfaltung zu geben, wo er Kind sein kann und darf, unbeschwert und unbekümmert, ohne Druck, Erwachsenenrollen spielen zu müssen.
Für mich ist das etwas Gewaltiges, was sich da langsam aber kontinuierlich in einem tut. Manchmal kommt etwas heraus, durch einen Traum, einen Geistesblitz, eine Vision. Überhaupt haben sich vorhandene Wahrnehmungskanäle erweitert und auch manche neue entwickelt. Etwas geschieht mit mir. Manchmal ist mir das unheimlich, was ich da alles spüre, sehe und fühle. Ich muss mich dann zurücknehmen, um die Menschen um mich nicht zu überrollen. Die Kraft und die Gewissheit bringen aber auch Geduld und Gelassenheit mit sich. Und das ist etwas, das einen das alles zusätzlich noch geniessen lässt. Kennt ihr das auch? Sich selber spüren und geniessen zu können? Ich kann mich nicht erinnern, das schon einmal so empfunden zu haben.
Christian Kirchmair. Das ist für Dich ganz alleine: DANKE! Ohne Dich hätte ich das u.U. nie gemacht. Was für ein Verlust für mich selber. Es waren deine seelenvolle Persönlichkeit, Deine Stärke, Ruhe und Gelassenheit, Deine Kompetenz, Deine Offenheit und Natürlichkeit, die Art wie Du uns aufgenommen und ein Heim gegeben hast, aber auch die Art wie Du uns geführt und geschützt hast am Berg. Auch wenn Du sagst, dass Du kein Schamane bist. Du bist einer!
(Bernard, 56 Jahre, Visions-Suche auf einer Alm im Salzkammergut 2010)
Der einmalige Spirit dieses Quests wird mich weiterhin auf allen Wegen begleiten: Wir haben gelacht und geweint, gesungen und getanzt, gelitten und triumphiert und, vor allem, gespürt und gefühlt! Mehr geht wirklich nicht - die Intensität und Nachhaltigkeit habe ich meinem Mut, aber auch dem meiner großartigen Kameraden zu verdanken, die sich wie ich der Herausforderung gestellt haben.
(Christian, 54 Jahre; Visions-Suche für Erwachsene; Alm im Salzkammergut 2010)
An dem Wochenende der Jugend-Visonssuche wurde ich reich beschenkt. Mein Sohn Andreas war unterwegs in Österreich bei seiner Initiation zusammen mit Christian, Claudia und 12 anderen Jungen Erwachsenen. Ich wurde von ihm eingeladen, zusammen mit seiner Mutter, beim Zurückkommen aus dem Retreat und beim Teilen der Geschichten und Spiegeln dabei zu sein. Die Geschichte von Andreas über seine Auszeit hat mich tief berührt. Auch wir Eltern waren eingeladen, das zu teilen, was uns beim Erzählen der Geschichte bewegt hat. Es war Raum da, um Danke zu sagen, um Verzeihung zu bitten und stolz zu sein - stolz auf unserern Sohn, der nun als freier Mann seinen eigenen Weg geht. Es war ein tiefes, berührendes und wunderbares Erlebnbis. Mit ihm und allen anderen diese Stunden teilen zu können, hat mich so bereichert und beflüglet, dass ich dafür gerade keine weiteren Worte finde.
(Vater von Andreas, Teilnehmer Jugend-Visions-Suche im Salzkammergut 2009)
Vor zwei Jahren war mein Sohn Maximilian bei Ihnen. Maximilian und ich haben nie über die Zeit bei Ihnen gesprochen. Er wollte das nicht.
Nun habe ich durch Zufall auf Ihrer Website seinen Eintrag gesehen und freue mich so, dass er einen Weg den er für sich gefunden hat beschreibt. Ich wünsche ihm von Herzen, dass er seiner Vision folgen kann.
(Vater von Maximilian, Teilnehmer Jugend-Visions-Suche im Salzkammergut 2007)
Vision Quest Juni 2009 – für mich eine Zeit, die ich wohl nie wieder vergessen werde. Das kann ich jetzt 2 Wochen später schon sagen, denn die Veränderungen, die sich „ergeben“, sind tiefgreifend, auch wenn sie noch nicht hundertprozentig absehbar sind.
Schon in der Vorbereitungszeit konnte ich tief eintauchen in alte Kindheitsmuster und Verletzungen. Die Vision Quest selbst war für mich wie Sterben und Wiedergeboren-Werden. Begleitet von Christian und Simone konnte ich erleben, wie es sich anfühlt, so ganz angenommen und getragen zu werden, als ich leider erkrankt 2 Dauerregentage in unserem Basiscamp verbringen musste. Fast wort- und begegnungslos waren diese beiden Tage, als ich fastend und allein in meinem Schlafsack lag, und doch war diese Zeit für mich unglaublich wichtig. Und gerade weil ich so sein durfte wie ich bin (und musste, weil mir mein Körper keine andere Wahl ließ), und mich deshalb auch nicht als Versager gefühlt habe, konnte ich mit Hilfe dieser beiden „Geburtshelfer“ in der anschließenden Zeit in der Natur meine Wiedergeburt erfahren.
Ich habe mir im Vorfeld von Christian einen „Tritt“ gewünscht, damit ich endlich das Leben lebe, das ich mir immer gewünscht habe. Nun habe ich wirklich diesen „Tritt“ bekommen und bewege mich auf einem neuen Gleis, und das in Bezug auf mein GANZES Leben.
Vielen Dank euch beiden für diese unglaublich schöne, wertschätzende und einfühlsame Begleitung!
(Doris, 49 Jahre; Visions-Suche für Erwachsene; Alm im Salzkammergut 2009)
Mein Wunsch für die Mondwanderung war es, meine Erkenntnisse der letzten Jahre zu einem Resümee zu verschmelzen und mit neuen Visionen in die Zukunft zu gehen. Schon Christians Fragebogen zur Vorbereitung auf das Seminar hat bei mir wichtige Fragen aufgeworfen und mich sehr gut auf das Seminar eingestimmt. Der Platz auf der Alm ist idyllisch und sehr nach meinem Geschmack. Grüne Almen, dunkle Nächte mit knisterndem Feuer und ein paar Tierlauten, schlafen unter freiem Himmel am Waldrand, ein großes Stück Ruhe ohne alle Ablenkungen: Da konnte ich gut zu mir finden!
Ich wusste ungefähr wie der Ablauf sein und was auf mich an Aktivitäten so zukommen würde, die Erlebnisse und Ergebnisse dieser drei Tage waren aber zum Teil sehr überraschend für mich. So konnte ich Themen meiner Kindheit und Jugend positiv abschließen, die zu bearbeiten ich gar nicht im Sinn hatte.
Die 1 ½ Tage zur Vorbereitung aber auch der Tag zur „Nachbereitung” waren für mich sehr wichtig. Christian hat mir dafür tolle „Werkzeuge” angeboten und die Gruppe sehr angenehm und sehr professionell geleitet. Das Feedback der anderen Seminarteilnehmer war sehr bereichernd, aber es war auch interessant die unterschiedlichen und doch ähnlichen Probleme der Gruppenteilnehmer kennen zu lernen. Danke an Euch alle! Eine super Erfahrung und der große Wunsch so etwas öfter und auch länger zu machen!
(Thomas, 39 Jahre, Mondwanderung, auf einer Alm im Salzkammergut 2008)
Mein Lebensmotto „Tu, was Du willst”, das so einfach klingt, und gar nicht immer einfach ist, war zum Stillstand gekommen. Ich wusste nicht mehr, was meine Ziele sind, was mir fehlt, wo ich mich in meinem Leben hinbewegen sollte, was ich mit dieser großen inneren Leere in mir anfangen sollte. Mein Alltagsleben jobseitig als Unternehmensberater und begeisterte Bergsportlerin in meiner Freizeit, hatte schon vor acht Monaten eine Zwangspause durch einen schweren Sportunfall abbekommen. Aber gerade jetzt, da meine beschädigten Knochen wieder langsam geheilt waren, und Arbeit und Freizeitaktivitäten wieder hektisch weiter liefen, wurde die Verzweiflung immer größer.
Diese dreieinhalb Tage auf der Alm, in der Natur, besonders diese 24-Stunden-Reise in das Land hinter der Schwelle, haben alles umgedreht. Die Natur hat mir mit dunklen Waldflecken, Irrwegen, stärkender, und auch brennender Sonne, dem wunderschönsten Sternenhimmel, unzähligen Sternschnuppen, singendem und mahnendem Wind, hellgrünen Frühlingsfarben, und klaren, kalten Steinen gezeigt, was das nun ist in mir, das diese graue, schmerzende Geröllwüste in meinem Inneren angerichtet hatte, und wie es wieder zu einem blühenden, sprießenden, wachsenden Garten in mir erstrahlen kann. Nun kann ich wieder weiterleben!!! Dazu gehört auch, dass ich mich wieder mehr als vollständige Frau fühle, auch wenn bzw. gerade weil ich die Männerwelt um mich rum so sehr schätze, liebe und brauche. Christians weise Intuition, menschliche Hilfe, Erfahrungsschatz und – last but not least – Professionalität mit den Rahmenbedingungen waren maßgeblich dafür, dass mir die Natur soviel gespiegelt hat. Ihm und auch der wunderbaren Gruppe von Mitteilnehmern danke ich zutiefst.
(Karin, 37 Jahre, Mondwanderung, auf einer Alm im Salzkammergut 2008)
Woow, das war echt eine interessante Erfahrung... Ich fand es ungemein entspannend zu keiner Zeit einen Rückzugspunkt zu suchen, weil ich mich nie angegriffen fühlte. Mir war diese Offenheit am Anfang fremd und meinem bisherigen Leben diametral entgegengesetzt. Ohne Nahrung nur mit einer vollen Kanne Wasser, bin ich den Berg hinauf. Ich fühlte mich nicht schwach, war nicht hungrig. Ich war getrieben von unbestimmbarem Hass und Wut und stürmte so schnell hinauf, dass ich als ich oben angekommen war etwas perplex um mich sah. Auf dem Berg. Ruhe. Unendliche Ruhe sondergleichen. Ich atmete schwer und war fix und fertig. Ich blieb zwei Stunden sitzen und schaute in die Berge. Ich mag die Berge nicht wenn ich im Tal bin! Aber oben war meine Aussicht so weit. Der Himmel war klar und ich konnte mich Sattsehen.
Ich war am Ende eines Weges, ob ich wollte oder nicht. Der Berg war zu Ende. Ich saß da und spürte wieder die Wut und den Hass und irgendwann war es mir zu viel und ich ließ Beides fallen. Und dann war da nichts mehr und ich sah nur noch das Land. Gegen Ende dieser Zeit völliger Leere fing ich an zu weinen. Ohne Grund. Ohne Gefühl. Irrational, mir fremd. Es machte mich traurig. Am Ende der Zeit auf dem Berg fand ich meinen Satz für die Auszeit und schrieb ihn mit einem Edding auf einen der vielen großen, fest verwachsenen weißen Steine. Ich hörte den Bussard schreien und wusste, dass es gut war, denn der Moment und mein Gefühl passten und so verlies ich den Berg auf einem neuen Weg. Meinem Weg, denn diesen Weg gab es bisher noch nicht. Ich bahnte mir einen Weg durchs Unterholz. Der Unterholzbruch den ich verursachte störte mich nicht. Ich hatte Striemen und blutige Kratzer aber mir war es egal, weil ich auf meinem selbst gewählten Weg unterwegs war.
Ich werde meine Spuren in der Welt hinterlassen und jeder wird dann selbst entscheiden müssen ob sie ihm gefallen oder nicht. Ich habe für mich entschieden, nicht mehr auf die Akzeptanz in der Gesellschaft zu schauen - und das ist für mich die größte Herausforderung auf dem Weg zu mir selbst. Ich bin zwar derselbe Mensch geblieben und hatte nicht die Erleuchtung auf der Alm. Ich habe aber vieles für mich mitgenommen und werde nun mein Leben von den Schatten früherer Ängste und Fehlschläge befreien, damit ich wieder ich selbst sein kann. Diese Erkenntnis ist etwas vom Wichtigsten was mir aus der Zeit der Visions-Suche geblieben ist. Wenn ich das geschafft habe, bin ich der Herr meiner Zeit und nicht mehr ein Opfer von Erwartungen und Terminen, die zu einer gesellschaftlichen Akzeptanz führen.
(Maximilian, 20 Jahre, Jugend-Visions-Suche auf einer Alm im Salzkammergut 2007)
Ich hatte das Gefühl, daß ich mich mit mir beschäftigen sollte! Mein bisheriger Platz war gut erfüllt mit Ausgeglichenheit. Einerseits herrschte diese positive innere Ruhe in mir und andererseits ruhte ich mir zu viel. Ich spürte meine positive Lebensveränderung als junger Vater in ihrer vollen, unausweichlichen Wucht – ich spürte, dass jetzt mein Zeitpunkt da ist, einen Schritt im Leben weiterzugehen. Aufgrund meiner unterkühlten Beziehung zu meinem Vater war für mich die Reflexion eines erfahrenen Mannes wichtig – wichtig, damit ich meine Lebensveränderung besser leben kann. Meine Gehhilfen sind mein Körper, mein Geist und meine Seele. Einige Stunden bei einem Psychologen waren für mich zwar auch gut, aber es gibt für mich zwei wesentliche Vorteile der Vollmondwanderung bzw. der Visionssuche – die Zeit und die Gemeinschaft. Die empfundenen Erkenntnisse sind nachhaltiger!
(Egon, 36 Jahre, Mondwanderung auf einer Alm im Salzkammergut 2007)
Für mich waren diese drei Tage etwas ganz Besonderes. Die Ruhe und die Nähe zur Natur haben in mir wieder etwas hervorgerufen, was ich schon längst vergessen hatte. Da ich auch im 6. Monat schwanger war, war es für mich ein wundervolles Erlebnis mit meinem Kind allein in der Natur zu sein, es zu spüren, mit ihm zu reden und zu singen. :-)) Ich wünschte ich hätte länger die Natur, die Tiere und die Gezeiten erleben können. Es hat mir wieder mal die Bestätigung gegeben, dass der Mensch nicht dafür geschaffen ist in Städten zu leben, hinter verschlossenen Türen und Mauern, umgeben von verpesteter Luft! Nun, wo mich die Stadt wieder eingeholt hat, komme ich mir wieder vor wie ein Buschmann in der Zivilisation. Ich vermisse diese Ruhe und die Zeit, die einem wie eine Ewigkeit vorkommt. Ich wünschte, die ganze Welt wäre nicht so hektisch, um zu sehn was das Leben noch zu bieten hat, außer diesen materiellen Dingen um uns herum. DIE WELT SOLLTE AUF VISIONS-SUCHE GEHEN!!!!!
(Tanja-Michelle, 23 Jahre, Jugend-Visions-Suche auf einer Alm im Salzkammergut 2006)
Eine Visionssuche liegt hinter mir. Und es bleibt mehr als eine Erinnerung. Da sind nicht nur Bilder, Gedanken und Worte in meinem Kopf, die aus vergangenen Zeiten berichten. Das war kein Erlebnis, das nur für den Moment war, und das mit der Heimreise beendet und abgeschlossen ist. Es bleibt ein tiefes Gefühl, eine Verbindung. Immer wenn ich die Natur aufsuche, spüre ich diese Verbindung wieder auf. Ich fühle mich wie heimgekehrt, ganz geborgen zwischen den Bäumen und Sträuchern. Die Natur wirkt intensiv auf mich ein, ich sehe dort viel mehr, als ich noch vor drei Wochen sah. Der Wald ist für mich zu einem Ort geworden, an dem ich in mich selbst einkehren kann, an dem ich tiefer in mein eigenes Wesen vordringe und dort Dinge entdecke, die vorher verschüttet lagen. Auf der Visionssuche, zu der ich mich dort zurückverbinde, habe ich eine Kraft in mir gefunden, die meine Chancen, ich selbst zu sein, wesentlich erhöht. Und das scheint mir unendlich viel wert zu sein – schlicht und einfach der zu sein, der ich bin.
Während der Auszeit habe ich festgestellt, wie ewig lang eine Minute und wie kurz drei Tage sein können. Ich wurde eingeführt in die Kunst der Rituale, die das ausdrücken, wozu Worte zu wenig sind. Ohne Nahrung, ohne Bücher, ohne Musik – ohne den ganzen Input, der sonst tagtäglich auf mich einströmt, schaffte ich es, etwas aus mir herauszubringen, das sonst von diesem vielen Gegenverkehr zurückgedrängt wurde. Auf meiner Visionssuche hatte ich zum ersten Mal den Eindruck, andere Menschen wirklich kennen zu lernen. Dort gibt es Spaß, dort gibt es aber auch Ernsthaftigkeit. Es gibt lachen, es gibt aber auch weinen. Es wird von schönen, es wird aber auch von den schlimmen Dingen im Leben berichtet. Es hat alles seinen Platz. Die Visionssuche ist etwas, auf das ich mit Stolz zurück blicken kann, eine Erfahrung, die mein Leben beeinflusst hat, und ein markanter Meilenstein, der den Punkt kennzeichnet, an dem ich meinen eigenen Weg ging.
(Karim, 19 Jahre, Jugend-Visions-Suche auf einer Alm im Salzkammergut 2006)
Ein doppelter Regenbogen spannte sich am Abend zum Abschluss meiner Medizinwanderung über das Tal. Dieses kräftige Symbol führte mich in einen Kreis, in eine Gemeinschaft von heiligen Männern. Aufgehoben im Kreis der Männer weinte ich um meinen Vater, weinte und tanzte ich aus Freude über meine Kinder, spürte ich die tiefen Verletzungen meines Herzens nach und schrie meine Wut, meine Schmerzen, wie ein verletztes Tier in die Welt hinaus. Gepaart mit den Tränen der Trauer, pflegte ich meine Wunden, erkannte die tiefe Verbundenheit mit meinem Vater und meinen Ahnen und im Kreis der Männer fühlte ich mich verstanden. Im Durchwandern des Medizinrades spiegelte sich mein Leben wider und tauchte ein in die Dunkelheit meines Schattens, aus dessen Tiefe sich Kräfte erhoben und ich meiner Selbst mit Achtung und Stolz als Mann gewahr wurde.
Im Kreise der Männer ein Versprechen abgegeben, mit sich und der Gemeinschaft sorgsam umzugehen, wurde die heilige Schwelle zur größten Heilerin überschritten, zur Mutter Erde. Die aufgehende Sonne hüllte die Landschaft in mystisches Licht und Mutter Natur zeigte sich in ihrer ganzen Pracht und Schönheit und ihr mächtiger Atem nahm mich auf. Überwältigt von diesem Angenommensein kamen Tränen und ich spürte meine Manneskraft. Mein Samen ergoss sich über das Kleid von Mutter Natur mit einem mächtigen Schrei – ich bin hier und lebe.
Und die Erde zeigte mir ihr Leben, wohlwollend im Glanz der Sonne, sprachen Bäume, Steine und Fluß zu mir, berührte mich der Skorpion und erfüllte das Konzert der Vögel die Tage. Als Adler flog ich übers Land und als Hirsch ging ich zum Fluß, umgeben von der Vielfalt der Tiere. Mächtig zeigten sich Himmel und Erde im Donner der Gewitter, in der Kälte des eisigen Windes. Mystisch belebt und verwandelt sprachen Steine, Bäume, Sterne im Licht des Mondes. Und immer wieder der Schrei von mir – ich bin hier und lebe. Mit den Wolken zog ich achtsam durch die Tage, Sterne und Wind trugen mich durch die Nächte und mit dem Blues meines Neugeborenen Lebens als Mann wieder auf der Schwelle von einem Mann empfangen zu werden. Mit dem Tanz der Freude begrüßten wir uns wieder im Kreis der Gemeinschaft der heiligen Männer. Auf dem Pfad des Regenbogens, mein Herz gefüllt mit großen Geschenken, kehre ich als singender Stein zurück in mein Tal, um zu tun was zu tun ist. Ho!
(Rupert-Georg, 45 Jahre, Männer-Visions-Suche in der Toskana 2006)
„Für mich persönlich war die Visions-Suche ein unbeschreibliches und unvergessliches Erlebnis. Ich konnte mich, in der Zeit wo ich alleine und fastend in Natur war, von Altem trennen damit etwas Neues entstehen kann. Ich konnte mich von meiner Kindheit lösen, damit ich als Erwachsener und selbstwusster Mann in mein Leben trete und das löste in mir unheimliche Kräfte aus. Alleine die Tatsache vier Tage und Nächte ohne zu essen im Wald zu verbringen und durchzuhalten erfüllte mich mit Stolz und machte mich stark. Die Visions-Suche war sicherlich ein Meilenstein in meinem Leben und ich bin sehr dankbar für diese Erfahrung. Auch heute muss ich noch sehr oft an meine Visionssuche denken!”
(Wilhelm, 38 Jahre, Männer-Visions-Suche auf einer Alm in der Steiermark 2005)
Bei vielen von uns gibt es einen Zeitpunkt im Leben, wo wir zu Suchenden werden. Ich wählte den Weg einer Visions-Suche. Ich ging hinaus in die Wildnis, um vier Tage und vier Nächte, fastend, allein, mit mir selbst zu sein. Ich ging hinaus mit einem „Satz”, einem Vorhaben, wo ich dachte, dass es wichtig für mich sei. Doch die Natur, so unwahrscheinlich es sich auch für mich heute noch anhört, zeigte mir auf, wie es in meinem Leben war und ist. Sie führte mich zurück, zu dem was wirklich wichtig ist, sie zeigte mir auf in welchen Bereichen meines Lebens ich noch sehr viel zu arbeiten und zu verändern habe. Jetzt nach einem Jahr ist mir vieles noch deutlicher und klarer geworden. Meine „Quest”, ein Erlebnis, eine Erfahrung, die in meinem Leben viele positive Spuren hinterlassen hat.
(Arno, 41 Jahre, Männer-Visions-Suche auf einer Alm in der Steiermark 2005)